Tipps zur Winterruhe (Hibernation) bei Europäischen LandschildkrötenDie Griechische Landschildkröte, die Breitrandschildkröte, die Vierzehenschildkröte bzw. Steppenschildkröte, sowie die meisten Unterarten der Maurischen Landschildkröte müssen im Winter eine mehrmonatige Winterruhe halten können.
Der Herbst hält Einzug!
Anfangs des Monats September kommen in unserem Klima die ersten "kalten Nächte" vor. Ich meine damit Nächte in denen die Temperaturen die 10°C-Marke unterschreiten. Deshalb sollte man anfangs September genau die Temperaturen beobachten und gegebenenfalls reagieren. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass wenn die Europ. Landschildkröten mehrere Nächte hintereinander diesen niedrigen Temperaturen ausgesetzt sind, die Gefahr der vorzeitigen "inneren" Umstellung auf die Winterruhe besteht. Dies ist natürlich noch viel zu früh und sollte in jedem Fall verhindert werden.
Adulte und semiadulte Tiere, die ausschließlich im Freiland gehalten werden, sollten noch einige Wochen am Futter bleiben und sich erst Mitte bis Ende Oktober dann selbstständig auf die Winterruhe vorbereiten. Jungtiere die später ins Terrarium überführt werden, sollten ebenfalls nicht diesen kalten Nachttemperaturen ausgesetzt sein und trotzdem noch die schöne, helle und warme Mittagstunden erleben dürfen. So werden die jüngeren Tiere auch später im Terrarium am Futter bleiben und wachsen bis zum Spätherbst noch weiter, bevor sie dann im Dezember zur Winterstarre vorbereitet werden.
Deshalb lautet mein Tipp: "Schenken" Sie Ihren Tieren Nachttemperaturen im Bereich zwischen 10° und 15°C mit einer kostengünstigen Heizung.
Der Herbst kommt mit den ersten kalten Nächten!
Dieses Bild zeigt den Kurververlauf der Tiefsttemperaturen in Nizza und zum Vergleich in Stuttgart. Hier erkennt man deutlich, dass es im September in unserem Klima einfach bereits zu kalt ist und die Tiere zu früh in die Winterstarre fallen. In den Nächten von Mitte September bis Mitte Oktober (roter Kreis) sind die Temperaturen in Suttgart bereits in dem kritischen Bereich von 12° bis 8°C. Aus diesem Grund empfehle ich die Installierung einer einfachen elektrischen Heizung. Denn die Tage sind jetzt noch hell und warm genug, so dass die Tiere am Futter bleiben. Man sollte ihnen den "schönen" Herbst gönnen.
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Hierzu benötigen Sie:
- 1 Alu-Schutzkorb (am besten mit Umschalter) - Preis ca. 16.-- €
- 1 Original-Elstein-Wärme-Dunkelstrahler (pro qm-Frühbeetfläche etwa 150 Watt notwendig), Preis: 100 Watt = ca. 16.--€ / 150 Watt = ca. 17.--€
Am besten ist es, wenn Sie einen 150-Watt-Strahler nehmen und diesen bei nicht so kalten Nächten mit Hilfe des eingebauten Schalters mit "halber Kraft", also 75 Watt betreiben. Bei Minustemperaturen im Freiland schalten Sie auf 150 Watt-Heizleistung hoch, so halten Sie im Frühbeet immer noch gut die 12°C.
Hier finden Sie diese Gegenstände:
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Schutzkorb mit Sparschalter unter:
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Elsteinstrahler unter
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Dieses Bild zeigt einen Teil eines Frühbeetkastens mit einer "Dunkelheizung". Auf der Seite Haltung habe ich den (mit weißem Pfeil gekennzeichneten) Alu-Schirm und den dazugehörigen Dunkel-Infrarotstrahler (60-Watt Elstein-Strahler) näher beschrieben und abgebildet.
Die Winterruhe verzögert sich durch milde Temperaturen! 
Diese Bilder stammen vom 1.November 2002 und zeigen Tiere in drei verschiedenen Frühbeetanlagen. Die Außentemperatur beträgt zur Zeit 15°C und teilweise scheint die Sonne. Dies lockt die Tiere aus ihren Verstecken, sie wollen noch nicht "schlafen".
Obwohl die Frühbeete und Schlafhäuser schon mit Stroh und Laub aufgefüllt wurden, war es durch ein Zuheizen bereits seit September möglich die Tiere am Futter zu halten. Auch wenn wenige Tiere sich schon zurückgezogen haben, so sind doch die meisten noch mehrere Stunden täglich aktiv und nehmen noch Nahrung zu sich.
Ein Blick auf das Wetter in ihrem Heimatbiotop zeigt, dass dort am 1.Nov. 2002 folgende Temperaturen angesagt waren:
- Kroatien, Split, 20°C, leicht bewölkt / sonnig
- Griechenland, Athen, 23°C, sonnig
- Türkei, Izmir, 24°C, sonnig
- Südfrankreich, Marseille, 21°C, sonnig
Ich bedauere alle Tiere, deren Halter den Tieren wichtige Wochen im Herbst rauben, nur weil sie nicht bereit sind, den Tieren zusätzliche Wärme und Licht zu schenken. Bereits mit dem Bild des Monats September habe ich darauf hingewiesen, dass es gut wäre, während den kommenden kalten Nächten dazu zu heizen, damit die Tiere nicht vorzeitig in die Winterstarre fallen.
Meine Tiere freuen sich über die mögliche Aktivität und werden deshalb dieses Jahr erst Ende November in die Winterruhe kommen.
Grundsätzliches zur Winterruhe:Bei einer artgerechten Haltung ist eine mehrmonatige Winterruhe bei Europäischen Landschildkröten eine Selbstverständlichkeit
Es ist sinnvoll, dass auch Babys schon im 1. Lebensjahr eine Winterruhe halten. Dies entspricht auch dem natürlichen Jahresrhythmus in der Wildnis. Diese soll ca. 2 Monate bei Jungtieren bis zum 2. Lebensjahr und 4 Monate für ältere Tiere dauern und muss bei einer Temperatur von 4-8 Grad/C erfolgen.
Dies ist das Resultat aus jahrelanger Erfahrung. Ich kann sagen, dass die Jungtiere, welche eine Winterruhe gehalten haben, im Frühling sehr fit sind und einen vermeintlichen Gewichtsverlust in kürzester Zeit wieder wett machen.
Dauer der WinterruheBei Jungtieren (insbesondere Schlüpflinge) verkürzt man die Zeit der Winterstarre, in dem sie entweder später als die adulten Tiere in die Winterruhe kommen oder, dass sie nach einer festgesetzten Zeit "geweckt" werden.
Ich selbst praktiziere seit einigen Jahren folgenden Zeitplan:
 | Schlüpflinge (1/2-jährig): 8-10 Wochen Winterruhe im Kühlschrank
|  | semiadulte Tiere (1 1/2 und 2 1/2-jährige Tiere): 3 Monate
|  | alle älteren Tiere von Thb und Tm: ca. 5 Monate
|  | alle älteren Tiere von Thh und Ah: 4 Monate |
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Durchführung der Winterruhe
Beendigung der Winterruhe
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