Wie werden Schlüpflinge behandelt?Bereits vor dem Schlupf sollte die Infrastruktur für eine artgerechte Haltung der Schlüpflinge hergestellt sein.
Box für Schlüpflinge
Eine Box für die ersten Wochen der Schlüpflinge ist gerichtet. Das Substrat ist ein Gemisch aus Mutterboden, Rindenhumus, Kokosfasersubstrat, Flusssand sowie Bimssand. Ein Teil ist mit Kalkschotter ausgelegt. Ein weiterer Teil wurde noch mit Grasschnitt bedeckt und dann gibt es noch etwas Stroh darüber, so dass die Tiere ein kleines Dickicht vorfinden. In dieser Deckschicht fühlen sich die Tiere geborgen.
Die ganze Box steht in einem Frühbeet mit Alltopabdeckung, automatischem Fensteröffner und wird bei Bedarf schattiert.
Die ersten 4 Wochen!
Die Babys werden von mir als erstes, nachdem sie ca. 24 Stunden noch im Inkubator verbracht haben, gebadet, so dass sie ausgiebig trinken können. Die meisten Tiere nehmen dies sofort an. Anschließend kommen die Schlüpflinge in Kunststoffboxen (80x60 cm) - siehe Bild. Diese Boxen stehen in einem Frühbeet mit automatischem Fensterheber.
Das Verhalten der Kleinen ist in den ersten 10 Tagen so, dass sie sich bis zu einige Zentimeter tief in das vorhandene Substrat eingraben. Sie kommen lediglich tagsüber kurze Zeit zum Vorschein und strecken ihre Köpfe aus dem Heu/Strohgemisch, welches über dem Substrat liegt.
Danach fressen sie recht gut und verschwinden wieder sehr schnell im feuchten Substrat. Ein richtiges Sonnenbaden findet nicht statt.
Gesundheitsvorsorge | Regelmäßiges Baden - von Anfang an - wöchentlich 1-mal, muss erfolgen.
|  | Außerdem muss das Substrat stets feucht sein. |
Nur so gewährleisten Sie, dass die Tiere genügend Feuchtigkeit aufnehmen.
Dies ist nicht nur als Gesundheitsvorsorge notwendig sondern elementar wichtig für ein glattes Panzerwachstum.
Nach dem ersten Monat!Danach wechseln die Tiere bereits in das Frühbeet. Eine Hälfte bleibt immer abgedeckt (siehe Bild - hier wurde der Deckel entfernt), die andere Hälfte wird bei warmem Wetter abgenommen. Zum Schutz der Tiere ist ein Netz eingespannt (siehe Bild - rechter Teil). Nachts wird das Frühbeet immer verschlossen.
Großer Vorteil des Frühbeetes ist, dass sich darin auch an kühleren Tagen ein angenehmes warmes Klima bildet und nachts sinkt die Temperatur nicht so weit ab. Bei zu großer Hitze muss rechtzeitig gelüftet werden, sofern kein automatischer Fensteröffner installiert ist. Bei geöffnetem Frühbeet können die Tiere ein Sonnenbad nehmen. Schattenplätze müssen den Tieren immer zur Verfügung stehen (z.B. Korkrinde, schräggestellte Steinplatten, Schlafhaus aus Holz). Für ganzjährige Haltung (ausgenommen Winterschlaf) ist eine Heizung von Vorteil, da die Tiere nicht immer hin- und hergetragen werden müssen.
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Der erste Herbst!Bis Mitte September verbleiben die Tiere in dem Frühbeet.
Je nach Wetterlage erfolgt dann eine Umsiedlung in unser Schildi-Zimmer.
Dort kommen die Tiere in ein Terrarium - näheres siehe Seite "Innenhaltung / Terrairum".
Während der Zeit der Innenhaltung gebe ich kein zusätzliches UV-Licht mit einem ausschließlichen UV-Strahler. Ich verwende hochwertiges Licht, HQI- oder HQL-Strahler oder am liebsten die sog. Flächenstrahler (z.B Powersun). Dieser ist sehr zu empfehlen. Nur so kann die Helligkeit der Sonne am ehesten "nachgemacht" werden. Durch diese Strahler erhalten die Tiere auch einen gewissen Anteil an UV-Strahlen.
Diese Flächenstrahler haben eine sehr lange Lebensdauer von ca. 5000 Stunden.
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In der Vorbereitungsphase auf die Winterruhe (richtigerweise Winterstarre oder Hibernation genannt) geht man folgendermaßen vor:  | Die künstliche Sonnenscheindauer wird innerhalb zweier Tage auf 8 Stunden und danach auf 5 Stunden reduziert.
|  | Die allgemeine Beleuchtung (falls das Terrarium nicht am Fenster seinen Platz hat) wird ebenfalls alle 2-4 Tage in 1/2-stündigen Schritten reduziert (von 12 über 10, 8 Stunden ).
|  | Dadurch wird im allgemeinen die Temperatur gesenkt. |
Das Substrat im Terrarium wird gut feucht gehalten und es wird "Herbst" simuliert. Ich streue einige Blätter in die Behälter, so dass sich die Tiere an das Laub gewöhnen und sich auch teilweise darin eingraben. Hier im Bild sind einige Maurische Landschildkröten im Alter von ca. 5 Monaten zu sehen, die sich in der Vorbereitung zur ersten Winterruhe ihres Lebens befinden. In dieser Vorbereitungsphase "regnet" es auch öfters in den Behältern und nachts wird versucht die Temperatur unter 10°C zu regeln. Wir haben in unserem Schildi-Zimmer einen Abluft-Ventilator eingebaut, der die warme Luft nach draußen bläst und somit durch das gekippte Fenster kalte Luft nachzieht. So erreiche ich auch innerhalb des Hauses einen erheblichen Tag/Nacht-Unterschied bei der Temperatur.
Der erste Winter!Die Schlüpflinge halten bei mir im ersten Jahr eine verkürzte Winterruhe, d.h. zwischen 8 und 10 Wochen befinden sie sich im Kühlschrank - näheres siehe hierzu die speziellen Seiten "Winterruhe".
So "schlafen" die Babys!
Hier im Bild sehen Sie einige Jungtiere während der Winterruhe - das Laub wurde zum Fotografieren kurz beiseite genommen.
Bildserie über verschiedene NachzuchtenDiese Bilder zeigen Schlüpflinge von Thb im Alter von 3 Monaten, ca. 5cm lang und einem Gewicht von 25 Gramm.

2-jährige Nachzuchten von Testudo hermanni hermanni. Die typische Schwarz-Gelb-Färbung ist deutlich zu sehen.

Zwei Nachzuchten von Testudo horsfieldii, etwa 7 Monate alt, mit einem Gewicht von 30 und 40 Gramm.

Jungtiere der Breitrandschildkröte
Dieses Bild zeigt die Farbunterschiede bei Nachzuchten von Testudo marginata. Es sind Nachzuchten aus dem Jahre 2003 von drei Weibchen. Die Farben reichen von hellem Sandbraun bis zum dunklen Schoko-Braun.

Einjährige Nachzucht 1995 der Maurischen Landschildkröte, Testudo graeca terrestris. Die Elterntiere stammen aus Israel.

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