Vierzehenschildkröte - Testudo horsfieldiiUmgangssprachlich wird sie auch häufig als die "Russische Steppenschildkröte" bezeichnet.

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 links: Adultes Männchen - rechts: semiadultes Weibchen
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VorkommenDie Vierzehenschildkröte oder russische Steppenschildkröte (Testudo horsfieldii) kommt nicht in mediterrianen Gebieten vor, sondern wie ihr Name es schon sagt in Steppengebieten (sandiges Grasland, fast wüstenähnliche Steppenlandschaft) vor.
Es sind Gebiete in Iran, Kasachstan und den anderen Stan-Republiken. Diese Gebiete zeichnen sich durch extrem trockene und heiße Sommer und sehr kalte Winter aus. Dies zeigt sich auch in der Lebensweise der Tiere, indem sie nicht nur eine Winterruhe sondern auch eine Sommerruhe einlegen. Nur so ist ein Überleben in der freien Natur gesichert.
Die Ernährung:In der Ernährung gibt es keine Unterschiede zu den Europäischen Landschildkröten, deshalb verweise ich hier auf die allgemeine Seite "Ernährung".
Das Wetter in Kasachstan
Hier können Sie das aktuelle Wetter im Heimatbiotop der Vierzehenschildkröte oder russischen Steppenschildkröte nachschauen und auf der linken Spalte mit dem Wetter in Süddeutschland vergleichen.
Unser Ziel sollte es sein, durch entsprechende Frühbeethaltung, diese Klimadaten zumindest für einige Stunden am Tag zu erreichen.
5 Besonderheiten in der Haltung1. Das Graben von Gängen / Höhlen
Die Vierzehenschildkröte hat im Vergleich zu den anderen Europäischen Landschildkröten keinen hoch gewölbten Panzer. Durch die flachere Form können sich die Tiere besser eingraben. Die Tiere haben kräftige und stark beschuppte Vorderbeine, die das Graben leichter machen.
Im Bild sieht man deutlich die kräftigen und stark beschuppten Vorderbeine der sog. russischen Steppenschildkröte, mit denen sie im Freiland meterlange Gänge graben kann.
Aus diesem Grund ist es bei der Erstellung des Geheges wichtig, daruaf zu achten, dass die Tiere die Umrandung nicht untergraben können. Es empfiehlt sich ein Fundament von ca. 20 cm zu erstellen.
Allerdings habe ich bisher keine solche Erfahrung gemacht. Wenn Sie den Tieren z.B. im Schlafhaus eine Grabmöglichkeit (mind. 40 cm tief) anbieten, wird diese gerne angenommen.
2. Die Nässe-EmpfindlichkeitDie Steppenschildkröte stammt, so wie es der Name schon sagt, aus trockenen bzw. halbtrockenen Steppen. Deshalb dürfen die Tiere nicht zu feucht gehalten werden. Es reicht vollkommen aus, ist aber auch notwendig, ihnen ein Trinkgefäß mit frischem Wasser anzubieten und die Schlafplätze gelegentlich anzufeuchten. Es sollte nie zu einer Staunässe kommen.
Dies hat zur Folge, dass die Tiere an manchen Tagen nicht in das ungeschützte Freiland gehen dürfen. Da bietet es sich an, den Tieren ein geräumiges Frühbeet oder ein Gewächshaus zur Verfügung zu stellen. In jedem Fall ist eine zusätzliche Heizmöglichkeit notwendig.
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3. Der TemperaturbereichDieser ist bei der Steppenschildkröte besonders groß. Einerseits sollte den Tieren täglich einige Stunden lang eine Sptzentemperatur im Bereich von 40°C angeboten werden und andererseits vertragen sie eine tiefe Nachttemperatur im Bereich von ca. 15°C.
In den Steppen Kasachstans wird es tagsüber sehr heiß und in der Nacht extrem kühl. In den selbstgegrabenen Höhlen ist natürlich dieses Temperaturgefälle stark gemildert und trotzdem ist der Unterschied innerhalb von 24 Stunden viel größer als bei den anderen Europäischen Landschildkröten.
4. Die SommerruheDie Heimatbiotope zeichnen sich durch extrem trockene und heiße Sommer und sehr kalte Winter aus. Dies zeigt sich auch in der Lebensweise der Tiere, indem sie nicht nur eine Winterruhe sondern auch eine Sommerruhe einlegen.
Nur so ist ein Überleben in der freien Natur gesichert.
In der Gefangenschaftshaltung, bei mäßigen Sommertemperaturen, hört man oftmals, dass die Tiere keine Sommerruhe einlegen.
Ich selbst praktiziere im Sommer quasi eine Überhitzung des Frühbeetes, indem ich den automatischen Öffner am Frühbeet entferne und so die Tiere die gewohnten hohen Temperaturen haben. Nach 2 - 3 Wochen zeigt sich dies im Verhalten der Tiere, so dass sie plötzlich "verschwunden" sind. Bei der Nachschaue finde ich sie dann regelmäßig im Schlafhaus tief eingegraben. Zwar halten sie dann auch bei mir keine so lange Sommerruhe wie im Heimatbiotop, aber sie ruhen doch einige Wochen.
Die folgende Aktivitätszeit ist insbesondere bei unserer Doysi recht kurz. Sie verschwindet nach wenigen Wochen bereits wieder und bereitet sich selbständig auf die Winterruhe vor.
5. Die WinterruheDie Tiere halten bei mir auch eine 4-5 monatige Winterruhe im Kühlschrank, allerdings halte ich das Substrat nur leicht feucht, also trockener wie bei den Schildkröten aus mediterianem Klima. Ein ganz trockenes Substrat zur Überwinterung ist aber genauso falsch, wie ein nasses.
Diese Aufnahme war das Bild des Monats Oktober 2003
Der Herbst hat Einzug gehalten. Manche Tiere bereiten sich jetzt schon auf die Winterruhe vor. Besonders eilig haben es die Vierzehenschildkröten, Agrionemys horsfieldii. Hier sieht man noch einen Teil des Rückenpanzers unserer Doysi, einem Vierzehenweibchen. Sie hat sich unter einem Grasbüschel ca. 10cm tief eingegraben und hat den Grasbüschel so untergraben, dass man ihn problemlos abheben kann.
Ich habe an der Stelle eine alten Holzkiste übergestülpt und mit Folie abgedeckt. In dieser Stellung darf sie die kommenden Wochen ruhen, bis sie dann in den Kühlschrank überführt wird.
Wichtig ist meiner Meinung nach, dass man seine Tiere um diese Jahreszeit täglich beobachtet, ob sie sich irgendwo eingraben. So spart man sich später eine mühevolle Suche.
Auch am 3. November war das Tier noch an dieser Stelle und hielt Winterruhe, eine Überführung in den vorbereiteten Kühlschrank erfolgt erst bei richtigem und länger anhaltendem Temperatursturz. Erst Mitte Dezember wurde die Doysi "ausgegraben" und direkt in den Kühlschrank zu den anderen Tieren umquartiert.
Zuchtgruppe
Eine Zuchtgruppe Testudo (Agrionemys) horsfieldii sollte in jedem Fall ein Männchen/Weibchen-Verhältnis von 1:3 haben. Oftmals läßt sich innerhalb einer Gruppe kein zweites Männchen halten.
Hier sieht man ein adultes Pärchen.
Das Männchen bringt 700 Gramm auf die Waage, das Weibchen 1700 Gramm.
NachzuchtUnsere Weibchen legten jeweils 2 Gelege ab, aus denen im August nach 70 bzw. 73 Tagen die Babys schlüpfen. Im Bild hier erkennt man die typische längliche Form der AH-Eier. Die Eier wurden in einem Inkubator bei 34,5°C, einschließlich einer 6-stündigen Nachtabsenkung auf 21-22°C, erbrütet. Wenn die Tiere beim Schlupf das Ei geöffnet haben, werden die Eier von mir in einen eigenen Schlupfinkubator mit solchen Schalen umquartiert. Die Eier lege ich auf ein Blatt Küchenpapier, das von mir dann angefeuchtet wird.
Der Schlupf
Das erste Tier hat mit dem Kopf die Eischale durchbrochen.
Nach ca. 8 Stunden platzte die Eischale vollends ganz, da sich das Tier drehte.
Nach einigen weiteren Stunden ist es geschafft. Das erste Tier ist geschlüpft.
Jungtiere
Hier sehen Sie 7 Monate alte Nachzuchten, die ihre erste Winterruhe mit 10 Wochen hinter sich haben.
Suchbild
Ein Blick in das Baby-Gehege zeigt uns 5 Jungtiere (2- und 4-jährig).
Wer findet sie auf Anhieb?
Bilder aus dem Biotop
Einige Fotos aus dem südlichen Kasachstan und Turkmenistan geben einen Einblick in das natürliche Habitat der Vierzehenschildkröte.
Ein empfehlenswerter Link:
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